Kategorie: Verein

  • Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs besuchte am 26.02.2026 das Rhön-Gymnasium

    Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs besuchte am 26.02.2026 das Rhön-Gymnasium

    Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs besuchte am 26.02.2026 das Rhön-Gymnasium

    Im Jahre 2003 kam Helmut Müller-Enbergs zum ersten Mal zu einem Vortrag ans Rhön-Gymnasium auf Initiative von StD i. R. Siegfried Voll. Als einer der bundesweit bekannten Experten aus der Abteilung Bildung und Forschung der Gauck-Behörde (Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen) referierte er damals über sein Forschungsgebiet, das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit der DDR, kurz Stasi genannt. Mit wenigen Ausnahmen in der Coronazeit wurde daraus eine jährlich wiederkehrende Institution am Rhön-Gymnasium. 

    Der Unterschied zwischen einem Geheimdienst einer Diktatur und einem Nachrichtendienst in einem demokratischen Land mit der Vorgeschichte des Nationalsozialismus wird den Schülern der oberen Jahrgangsstufen auch 2006 mit vielen Beispielen nähergebracht. Müller-Enbergs verfügt inzwischen auch über die Innenansicht des bundesdeutschen Verfassungsschutzes. Nach seiner Zeit in der Gauck-Behörde arbeitet HME bis heute beim Verfassungsschutz. Für sechs Jahre war er Leiter der Spionageabwehr des Verfassungsschutzes des Landes Berlin. Sein früherer Chef, der spätere Bundespräsident Joachim Gauck, bezeichnete sich selbst als Demokratielehrer. Dies trifft auch auf Müller-Enbergs zu.

    So berichtete er von dem 2019 begangenen Mord im Kleinen Tiergarten in Berlin-Moabit. Schüler konnten den Täter mit Handys fotografieren, was zu seiner raschen Festnahme führte. Der in Deutschland zu lebenslänglicher Haft verurteilte Täter wurde 2024 im Rahmen eines Gefangenenaustausches nach Russland überstellt. Auch die Einflussnahme der Stasi bis tief in das Privatleben der Menschen illustrierte er mit einem äußerst ungewöhnlichen Fall. Aus der Sicht der SED „unbotmäßige“ DDR-Bürger, die z. B. einen Ausreiseantrag stellten, wurden mit Kündigung ihrer Arbeitsstelle, Überwachung oder gar Haft belegt. Als ein für die DDR wichtiger Mann einen Antrag auf Übersiedlung nach Westdeutschland stellte, wurde sogar Stasi-Minister Erich Mielke, der von 1957 bis zum Zusammenbruch der DDR 1989 amtierte, eingeschaltet.

    Der Antragsteller war wohl unersetzbar, so dass man ihn nicht vergraulen oder gar bestrafen konnte. Also wurden die Gründe für seinen Ausreisewunsch gesucht. Man ermittelte, dass er Probleme mit seiner Ehefrau hatte. Über Monate suchte die Stasi eine passende Frau mit Stasi-Anbindung, die seinen Wünschen optisch und ideell entsprach und plante das erste Zusammentreffen in allen Einzelheiten. Der erste Blickkontakt sollte zünden. Das gelang und wenige Wochen später war die Ehefrau samt Kindern aus dem luxuriösen Anwesen aus- und die neue Liebe eingezogen. Bis zum Tod nach der Wende hat die Frau im Dienst der Stasi sich ihrem Mann nicht offenbart. 

    Auch hatte die Stasi heimlich tausende Geruchsproben von Oppositionellen gesammelt. So wurden zum Beispiel Personen in ein Amt vorgeladen, auf einen präparierten Stuhl gesetzt, dessen vorher sterilen Stoff man danach luftdicht in Gläsern aufbewahrte.

    Das gesamte Aktenmaterial der Stasi umfasst 111 Kilometer Regallänge.

    Auch im Jahr 2027 möchte die Schule wieder einen Vortrag von Helmut Müller-Enbergs anbieten. Dabei unterstützt wie immer der Verein der Freunde des Rhön-Gymnasiums.

    StD i. R. Hartmut Brunner

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  • Exkursion der Q13: Zwei Kurse unterwegs zwischen Karbon und Jura 

    Exkursion der Q13: Zwei Kurse unterwegs zwischen Karbon und Jura 

    Exkursion der Q13: Zwei Kurse unterwegs zwischen Karbon und Jura

    Gleich zwei Kurse der Jahrgangsstufe 13 des Rhön-Gymnasiums machten sich Mitte Oktober gemeinsam auf eine dreitägige geowissenschaftliche Exkursion: der Geologiekurs und das Geografie-Leistungsfach. Insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler erkundeten mit ihren Lehrkräften Frau Deutscher und Herr Greubel die Fränkische Schweiz und die Oberpfalz – und hatten dabei nicht nur Steine im Blick.

    Los ging’s in Tüchersfeld, wo die Gruppe die markanten Felsformationen des weißen Kalksteins aus dem Erdzeitalter des Jura besuchte. Besonders beeindruckend waren die Felsenburgen, die sich majestätisch aus der Landschaft heben. Ein weiteres Highlight war die Begehung der Teufelshöhle bei Pottenstein. Hier wurde schnell klar: Unter Tage kann es ganz schön feucht werden – allerdings sollte man nicht jeden Tropfen, der von der Höhlendecke fällt, für reines Quellwasser halten. Fledermauspipi und Wassertropfen sind verdächtig ähnlich!

    Nach so viel Kalkgestein ging es weiter in die Oberpfalz. Dort wartete ein vollgepacktes, aber spannendes Programm: Als erstes besichtigte die Gruppe ein Pumpspeicherkraftwerk am Pfreimd-Stausee und erlebte, wie dort seit schon siebzig Jahren umweltfreundlicher Strom produziert wird.

    Am zweiten Tag bekam die Gruppe des Leistungsfachs bei einer Firmenführung bei WITRON in Parkstein Einblicke in ein global wirtschaftendes Unternehmen. Das gute Betriebsklima dort übertrug sich besonders bei der ausgiebigen Verköstigung direkt auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Währenddessen bestimmte der Geologie-Kurs im Geozentrum an der KTB in einem Workshop ihre mitgebrachten Gesteinsproben. Man könnte sogar behaupten, dass sich so mancher mit seinem Gestein im regen Zwiegespräch befand. Bei einer anschließenden gemeinsamen Begehung des Bohrturms und einer großen Geländeexkursion rund um Windischeschenbach am dritten Tag waren die Oberstufenschülerinnen und -schüler wieder viel zu Fuß unterwegs und erfuhren, dass sie es dort meist mit Gesteinen aus dem Karbon zu haben – den Graniten des mitteleuropäischen Grundgebirges.

    Trotz dichtem Programm blieb genug Zeit für Spaß und Gemeinschaft. Die Stimmung war durchweg gut – und in der Jugendherberge wurden zeitweise nicht Steine, sondern so manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer in besonders kreativen Verstecken wieder gefunden.

    Ein herzlicher Dank geht an den Förderverein des Rhön-Gymnasiums, der die Fahrt finanziell unterstützte und damit diese besondere Exkursion möglich machte!

    Text: Tobias Greubel

    Fotos: verschiedene Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer

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  • Mit neuen Trikots zu neuen Erfolgen

    Mit neuen Trikots zu neuen Erfolgen

  • Treffen der Abituria 1975 am 11.10.2025

    Treffen der Abituria 1975 am 11.10.2025

    Treffen der Abituria 1975

    50 Jahre sind kein Pappenstiel! Umso erfreulicher ist es,dass nach diesem langen Zeitraum fast 30 Absolventen des Abiturjahrgangs 1975 in Bad Neustadt zusammenkamen. Nicht wenige von ihnen sahen sich seit damals zum ersten Mal wieder. Nach der Kontaktaufnahme in einem hiesigen Café begab sich die Gruppe zu ihrer ehemaligen Wirkungs- bzw. „Leidensstätte“. Dort erwartete sie Herr Siegfried Voll vom Verein der Freunde des Rhön Gymnasium zu einer sehr interessanten Führung durch das stark erweiterte Gebäude. Anschließend saß man in einem Lokal Bad Neustadts bis in die Nacht hinein zusammen. Am nächsten Vormittag trafen sich noch einige Unermüdliche zu einem Brunch, der sich bis in den Nachmittag hinzog. Aus naheliegenden Gründen war man sich schnell einig, nicht wieder 50 Jahre bis zum nächsten Treffen zu warten.

    Text und Bild: Karin Hielscher

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  • Wenn ein Lindenbaum erzählt

    Wenn ein Lindenbaum erzählt

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    Wenn ein Lindenbaum erzählt

    Wie alt ich bin, kann ich nicht genau sagen. Mein Alter lässt sich aber, wenn man sich die Mühe macht, über meine Jahresringe schätzen. Vor etwa 120 Jahren stand ich bereits als junges Bäumchen in der Brendallee. Ich habe schöne und weniger schöne Zeiten erlebt, den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik und den Zweiten Weltkrieg, der in meinem Holz seine Spuren in Form von Steinen, Nägeln und Granatsplittern hinterlassen hat.

    Die schönste Zeit war nach 1945. Im Sommer wurde dann immer das große Zelt des Zirkus Sarrasani aufgebaut und es herrschte reges Treiben unter meinen schattigen Blättern. Mit dem Neubau des Gymnasiums 1964 in der Brendanlage  kam echtes Leben auf. Die Kinder sprangen um uns Bäume auf dem Pausenhof, es wurde unter den weit ausladenden Ästen gespielt, gelacht und gefeiert. Wir gehörten zur Schule, viele hatten uns lieb gewonnen.

    Auch das Hochwasser der Brend machte mir oft zu schaffen. Dann standen im Frühjahr nicht nur der Musiktrakt, sondern auch meine Füße im Wasser und Abenteurer umkreisten mich mit dem Paddelboot. In den vergangenen 14 Jahren wurde ich Augenzeuge zahlreicher Veränderungen und Sanierungen, die 2008 mit dem Erweiterungsbau begannen und 2022 mit der Neugestaltung des Pausenhofs nun endlich  ihren  Abschluss finden. Dann werden auch wieder junge Bäume gepflanzt.

    Mit zunehmendem Alter wurde ich immer morscher und hohler, so dass ich wie meine Artgenossen gefällt werden musste. Meine Zeit als Pausenhofbaum ist also vorüber. Zum Glück lebe ich jedoch weiter. Dank der Künstlerin Hannah Arneke, die sich meiner angenommen hat, habe ich eine beeindruckende Metamorphose erlebt. Unter ihren Händen ist aus meinem weichen Lindenholz eine wunderschöne Sitzbank geworden. In der Schulbibliothek habe ich einen gebührenden Platz erhalten, wo ich nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Nachdenken anregen kann. Ganz besonders freut mich, dass mit Hannah eine ehemalige Schülerin, die vor zehn Jahren am Rhön-Gymnasium das Abitur gemacht hat und Holzbildhauerin wurde,  mich zu einem bleibenden Kunstwerk umgeformt hat. Herzlichen Dank.

    Es freuen sich über das gelungene Kunstwerk, Initiatorin Frau Dr. Kerstin Vonderau,  Bildhauerin Hannah Arneke und Siegfried Voll vom Verein der Freunde des Rhön-Gymnasiums, der das Projekt finanziell gefördert hat.

    Text: Siegfried Voll
    Bilder: Matthias Baumbach

    Hannah Arneke: 2012 Abitur am Rhön-Gymnasium. 2014 bis 2017 Ausbildung an der Staatlichen Berufsfachschule für HolzbildhauerInnen in Bischofsheim. Seit 2022 selbständige Holzbildhauerin und Yogalehrerin. Homepage https://hannah-an-der-ecke.de/

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    Rhön-Gymnasium Bad Neustadt a. d. Saale © 2022

  • Die Feder, das Schwert und wie das Dressing bei Burger King eine juristische Laufbahn in der US-Army auf den Weg bringt

    Die Feder, das Schwert und wie das Dressing bei Burger King eine juristische Laufbahn in der US-Army auf den Weg bringt

    Schulleiterin Dr. Kerstin Vonderau (links) stellte die aktuelle Preisträgerin für Moderne Fremdsprachen am Rhön-Gymnasium Bad Neustadt, Trang Nguyen (2. v.l.), der Stifterin des Preises, Mechtild Benkert (3. v. l.), vor.
    Benkert hielt auf Einladung von Siegfried Voll (re.) von den Freunden des Rhön-Gymnasiums einen Vortrag zum Thema „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“.

    Wenn Ehemalige berichten, hören aktive Schüler gerne zu. „Gerne auch freiwillig“, wie Mechthild Benkert bei ihrem Vortrag vor der Q-Stufe des Rhön-Gymnasiums bemerkte, vor allem dann, „wenn sie freiwillig gemacht wurden“, wie die Absolventin des Jahrganges 1986 mit einem lächelnden Augenzwinkern den anwesenden Oberstüflern zuwarf.
    Unter dem Titel „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“ berichtete sie über ihren nicht ganz gewöhnlichen Lebensweg von ihrer Kindheit und Jugend in Bad Neustadt über das Studium in Passau, Cardiff und Paris hin zu der Position als eine von zwölf deutschen Anwälten des weltweit rund 10.000 Juristen zählenden Anwalts-Corps der US-Streitkräfte.
    Anhand von zahlreichen Anekdoten machte Benkert deutlich, warum eine deutsche Zivilanwältin für die amerikanische Armee in Grafenwöhr/Oberpfalz von so großer Wichtigkeit ist – sei es, weil die amerikanische Soldatin den deutschen Hundezüchter verklagen will, weil der gekaufte schwarze Labrador nicht ganz schwarz ist, sondern auch noch weiße Flecken hat, oder aber weil die deutsche Vermieterin den amerikanischen Mieter dazu verpflichten will, immer am Freitag das Treppenhaus zu putzen, weil man das halt hier auf dem Land so macht, obwohl im Mietvertrag steht, dass nur einmal in der Woche – egal wann – geputzt werden muss.
    Oder aber, weil der amerikanische General genervt von einer knapp einhundert Jahre alten deutschen Eiche ist, die vor seinem Fenster steht, sein Büro verdunkelt und „deswegen da weg muss“. Und der dann mit Bestürzen feststellen muss, dass ihm da deutsche Verwaltungsvorschriften einen Strich durch die Rechnung machen – die auch für ihn gelten, egal ob General oder nicht.
    Das Prinzip Zufall spielte für die 52jährige Juristin eine Rolle, als es um die Frage ging, wie sie damals eigentlich zu ihrem Job kam: „Ganz banal – über das Neustädter Arbeitsamt“. Im Jahr 1996 mit abgeschlossenem Studium in der Tasche hatte Benkert die Idee, einfach auch einmal über das Arbeitsamt den Markt zu sondieren – denn: Ein Internet heutiger Prägung war damals noch reine Zukunftsmusik und das Angebot von Stellen für Berufseinsteiger überschaubar. Und da stand da diese Stelle bei der US-Army, auf die sie sich bewarb und weswegen sie nach Würzburg zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurde – Zufall Nummer eins.
    Zufall Nummer zwei: Nach dem Gespräch wurde sie in der kaserneneigenen Burger King-Filiale am Hubland von ihrem späteren Vorgesetzten zum Essen eingeladen, was zum fremdsprachlichen Realitätscheck werden sollte. Denn sie bestellte sich einen Salat mit Vinaigrette-Dressing. Am Tisch dann die Frage ihres Gastgebers, was

    es denn noch für andere Dressings gegeben habe. Zwei, so die Referentin, habe sie mühsam gerade noch zusammengebracht. Entscheidend sei aber gewesen, wie sich erst Jahre später herausstellen sollte, was sie dann antwortete: „Ich habe ihm gesagt: Ich kann noch einmal schnell vorgehen und nach den anderen Saucen fragen.“ Das habe ihm gezeigt, dass sie durchaus in der Lage sei, Probleme zu lösen. Und damit hatte sie den Job, den sie inzwischen seit 23 Jahren ausübt. Und für den sie, wie Siegfried Voll von den Freunden des Rhön-Gymnasiums am Ende der Veranstaltung noch betonte, bereits mit einem der höchsten Verdienstorden der US-Streitkräfte für zivile Mitarbeiter ausgezeichnet ist.
    Den „schlauen Köpfen von Bad Neustadt“ legte Benkert noch nahe, sich nicht nur um die Zukunft des Klimas zu sorgen, sondern auch die Emanzipation nicht aus den Augen zu verlieren. Denn gerade in Sachen Gleichberechtigung sei man in der heutigen Gesellschaft noch nicht so weit, wie man sein könnte. Und: „Tun Sie etwas, was Ihnen Spaß macht, und verdienen Sie nicht nur Geld!“ mahnte sie, wobei sie von Schulleiterin Dr. Kerstin Vonderau unterstützt wurde, die der Rednerin zum Schluss mit Trang Nguyen noch die aktuelle Trägerin des Förderpreises „Moderne Fremdsprachen“ vorstellte. Ein Preis, den Benkert seit fast 20 Jahren jedes Jahr aufs Neue stiftet.

    Text und Bild: Johannes Benkert

  • The pen is mightier than the sword

    The pen is mightier than the sword

    Vortragsreihe des Vereins der Freunde: „Ehemalige berichten“.

    Am Montag, dem 7.10.2019, hält Frau Mechthild Benkert, die 1986 am Rhön-Gymnasium das Abitur gemacht hat, einen Vortrag über ihre Tätigkeit als Justiziarin bei den Amerikanern, wo sie die Rechtsabteilung der US-Armee in Bayern leitet. Das Thema lautet: “The pen is mightier than the sword. – Die Feder ist mächtiger als das Schwert“. Der Vortrag findet in der Turnhalle statt, Beginn ist um 13.40  Uhr. Interessenten sind herzlich willkommen.

  • Das belohnte Gehirn

    Das belohnte Gehirn

    In den Tiefen des Gehirns

    Prof.Wolfram Schultz referiert im Rhön-Gymnasium über Neuronen und Belohnungen

    Von SIGRID BRUNNER

    BAD NEUSTADT „Gute Gangster kehren an den Ort ihres Verbrechens zurück.“ Mit humorvollen Worten startete Wolfram Schultz seinen Vortrag am Rhön-Gymnasium. Der Professor für Neurowissenschaften an der Universität Cambridge absolvierte 1964 an der Schule sein Abitur. Auf Einladung der Freunde des Rhön-Gymnasiums sprach er am einstigen „Tatort“vor zahlreichen Schülern, Lehrern und weiteren Interessierten zum Thema „Das belohnte Gehirn“.

    Sowohl Schulleiterin Dr. Kerstin Vonderau als auch Siegfried Voll, Vorsitzender des Fördervereins, freuten sich, den hochkarätigen Wissenschaftler in Bad Neustadt begrüßen zu können. Der Verein der Freunde des Rhön-Gymnasiums  lädt regelmäßig ehemalige Schüler ein, von ihren beruflichen Erfahrungen zu erzählen.

    Schultz beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit ein Handeln mit der Erwartung einer Belohnung verbunden ist. Dazu hat der Forscher, der Mitglied der renommierten britischen Royal Society ist, im Gehirn befindliche Neuronen untersucht. Diese reagieren mit der Ausschütung des Botenstoffes Dopamin, wenn sie Positives erwarten oder erhalten. Sie aktivieren ein weit verzweigtes Netz aus Nervenzellen und beeinflussen mit, dass Menschen nach immer größeren Belohnungen streben. Mit seinen Erkenntnissen hat Wolfram Schultz wesentlich dazu beigetragen, Mechanismen im Gehirn zu verstehen, die zu Spielsucht, Drogensucht oder Alkoholismus führen können. Dafür erhielt er 2017 mit zwei weiteren Wissenschaftlern den hoch dotierten „BrainPrize“.

    Wolfram Schultz schilderte einen Abend im Pub nach getaner Arbeit. Mehrere Sorten Bier, mit denen man seinen Durst stillen und sich für das Tagewerk belohnen möchte, stehen zur Wahl. Anhand der Etiketten sucht man sein Bier aus. Durch vorherigen Genuss hat man gelernt, welches Bier schmeckt und welches nicht. Nach den Anstrengungen hat man etwas Gutes verdient und muss zudem dem Körper Energie zuführen.

    Was zeigt dieses Beispiel und was verstehen wir unter Belohnung? Zum Überleben braucht der Körper Substanzen aus der Umgebung, die er mit Nahrung und Flüssigkeit bekommt. Hinzu kommt die Fortpflanzung zum Erhalt der Menschheit. „Diese drei Belohnungen sind absolut notwendig“, betonte der Wissenschaftler. Die Weitergabe der Gene sicherzustellen, ist eine Hauptaufgabe des Gehirns.

    Wie reagiert der Organismus auf eine Belohnung? Auch hier hatte Schultz eine witzige (fiktive?) Anekdote parat: Für seine Weihnachtswunschliste kann er zwischen einem Thriller und einem Liebesroman wählen. Er entscheidet sich für Letzteren und teilt dies seiner Frau mit. An Weihnachten ist die Enttäuschung groß. Unterm Baum liegt ein Roman von John Grisham. Die erwartete Freude bzw. Belohnung fällt aus. Der Partner hat den Weihnachtswunsch vergessen. Was lernt der biologische Organismus daraus? „Er vermeidet künftig Partner, die an Gedächtnisstörungen leiden“, so die Antwort. Oder anders gesagt: Mit einem besseren Gehirn bekommt man eine bessere Chance auf eine Belohnung bzw. zum Überleben.

    Wolfram Schultz führte das bekannte 100 Jahre alte Experiment des russischen Forschers Pawlow mit Hunden an. Ein Hund sieht eine Wurst und sondert Speichel ab. Nachfolgend ertönt zwei Sekunden vor dem Zeigen der Wurst eine Glocke. In Erwartung der Wurst erfolgt der Speichelfluss, ohne dass diese zu sehen ist. Die Glocke hat eine Belohnungsfunktion erhalten. „Belohnungen lösen positive Emotionen, Wohlbefinden und Glücksgefühle aus.“ Und man will mehr davon.

    Was passiert in diesem Moment im Gehirn? Im Mittelhirn befinden sich Neuronen, die Dopamin freisetzen. Die Dopaminzelle antwortet auf Belohnung, indem sie vermehrt Aktionspotenziale abgibt. Diese Aktionspotenziale sind Träger von Informationen, die an andere Neuronen weitergeleitet werden. Das wurde bei Tieren intensiv untersucht und die Ergebnisse sind messbar. Die Dopaminneuronen reagieren nicht nur, wenn das Tier eine Belohnung erhält, sondern auch wenn ein Reiz diese voraussagt. Je höher die Belohnung ist, desto stärker fällt die Antwort aus. Die Erregung von Dopaminneuronen führt schließlich zu belohnungssuchendem Lernverhalten. Dopaminneuronen bilden demnach im Gehirn ein Zentrum, das unser Verhalten gegenüber Belohnungen steuert und hilft zu lernen, Belohnungen zu finden.

    Substanzen, die abhängig machen wie Drogen, Alkohol oder Nikotin, laufen über das Dopaminsystem, erklärte Wolfram Schultz weiter. Die Neuronen werden von Kokain, Amphetamin etc. erregt, als ob diese Substanzen natürliche Belohnungen wären und je größer die Belohnung ausfällt, umso größer die Erregung.

    Das unnatürliche Dopaminsignal erzeugt schließlich eine starke Annäherung an diese Substanzen, was ab einem gewissen Punkt in vielen Gehirnen zur Sucht führen kann. Mögliche Mittel dagegen seien, so Schultz, Bildung, Kultur, Erziehung und Ablenkung. „Wir brauchen Ausbildung und Informationen, um durch die Komplexität des Lebens zu kommen.“ Ohne diese „gebundene Rationalität“ würden Entscheidungen zunehmend irrational werden. Zusätzlicher oft vermeintlicher Zeitdruck verschlechtere Entscheidungen weiterhin.

    Höhere Belohnungen erfordern aber auch ein gewisses Maß an Mut zu Neuem. Die Belohnungsrate steige, wenn man gelegentlich von üblichen Gewohnheiten abweicht und etwas ausprobiert, sagte Wolfram Schultz. Bei mehr als einem Prozent bis maximal 10 Prozent der Entscheidungen sollten bekannt gute Wege verlassen und Neues erkundet werden.

    Text und Bild erschienen in der Rhön und Saale Post am 14.11.2018

  • Förderpreise 2018

    Förderpreise 2018

    Bei der Verabschiedung der Abituria 2018 überreichte zweiter Vorsitzender Hartmut Brunner  im Namen des  Vereins der Freunde des Rhön-Gymnasiums zehn Förderpreise für besondere Leistungen.

    Mit dem alljährlich von einem Mitglied gestifteten Sprachenpreis in Höhe von 125.- EU  wurde Nicole Kirst für hervorragende Ergebnisse in  Spanisch und Französisch ausgezeichnet.

    Frau Gitta Biedermann würdigte wie in den vergangenen Jahren wieder besonderes soziales Engagement in der Schülermitverantwortung, hier v. a. als Tutoren oder Schulsanitäter. Die von ihr gestifteten Preise in Höhe von jeweils 100.- EU gingen an Lilly Kallenbach, Anne Härter und Marek Söder.

    Dem Verein der Freunde  ist es stets ein besonderes Anliegen, außergewöhnliche künstlerische Aktivitäten zu belohnen.  So bekam Lea Rockenzahn einen Musikpreis  von  75.- EU für ihr vielfältiges Engagement in der Big Band, im Chor sowie im P- und W-Seminar. Ebenfalls mit 75.- EU wurde Simon Reinhart für sein  herausragendes Wirken  in der Big Band sowie für sein eigenständiges Arrangement von Noten ausgezeichnet.

    Einen Theaterpreis in Höhe von jeweils 75.- EU erhielten Nina Söder und Mona Libischer für ihr jahrelanges Wirken im Schultheater von der Unterstufe bis hin zur Oberstufe, wo das Theaterensemble von ihren herausragenden schauspielerischen Talenten profitieren konnte.

    Es ist nun schon Tradition, dass die Fachschaft Religion einen Gedächtnispreis für die verstorbenen Religionslehrkräfte Pfarrer Anton Hubert, Frau Gabriele Klose und Pfarrer Karl-Heinz  Mergenthaler vergibt. Diesen erhielten in Höhe von jeweils 75.- EU  Hanna Zwierlein und Florian Hüllmantel für besondere Leistungen und herausragendes Engagement im Religionsunterricht.  

    Der Verein der Freunde gratuliert den Preisträgern zu ihren hervorragenden Leistungen, allen Abiturienten und Abiturientinnen zum bestandenen Abitur und wünscht  weiterhin viel Erfolg. Den Mitgliedern und Spendern der Förderpreise sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt. 

  • Förderpreise 2017

    Förderpreise 2017

    Bei der Abiturentlassungsfeier konnte Zweiter Vorsitzender Hartmut Brunner im Namen des Vereins der Freunde des Rhön-Gymnasiums auch in diesem Jahr wieder eine Reihe von Förderpreisen für besondere Leistungen vergeben.

    Zum 17. Mal wurde von einem Mitglied der Sprachenpreis in Höhe von 125.- EU gestiftet. Ihn erhielt Sonja Seifert für die besten Ergebnisse in Englisch und Spanisch.

    Frau Gitta Biedermann hat wie in den vergangenen Jahren besonderes soziales Engagement belohnt. Der von ihr gestiftete Preis in Höhe von 100.- EU ging an Patrick Hahn.

    Auch dieses Jahr würdigt der Verein der Freunde besonderes künstlerisches Engagement:

    Einen Musikpreis von 75.- EU bekam Franziska Schwaben für jahrelanges erfolgreiches Wirken auf musikalischem Gebiet.

    Mit einem Theaterpreis in Höhe von jeweils 75.- EU wurden Sarah Wehner und Michael Jordan für ihre jahrelangen hervorragenden Leistungen im Theaterensemble ausgezeichnet.

    Der von den Religionslehrkräften zur Erinnerung an die verstorbenen Lehrkräfte Pfarrer Anton Hubert und Frau Gabriele Klose initiierte Religionspreis in Höhe von 75.- EU wurde an Regina Walden für hervorragende Leistungen im Religionsabitur vergeben.

    Der Verein der Freunde gratuliert allen Abiturienten und Abiturientinnen zum bestandenen Abitur, den Preisträgern zu ihren hervorragenden Leistungen und wünscht weiterhin viel Erfolg. Den Mitgliedern und Spendern der Förderpreise sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt.