Weiter kämpfte er sich durch den Schnee. Autos fuhren rasend schnell an ihm vorbei und verschwanden wieder in der Dunkelheit. Der Matsch spritzte, doch das machte ihm nichts aus, denn sein Kopf, seine Gedanken, waren woanders. Bei Stella. Alles in seinem Kopf war plötzlich ein Chaos. Als wäre er in seinem eigenen Kopf gefangen wie in einem Labyrinth, nur ohne einen Ausgang. Adriáns Blick war betrübt zu Boden gesenkt und seine Hände in seine Jackentasche verschwunden, denn es war kalt, nein noch schlimmer, es war so kalt wie in der dunkelsten und bitterkältesten Nacht am Nordpol.  Umso mehr Adrians Gedanken sich an Stella festklammerten, umso kälter wurde es, draußen, aber auch um Adriáns Herz herum. Er sah, wie alle Vorhänge geschlossen waren, und erblickte nur die Umrisse der Menschen von draußen aus.  Doch sie waren drinnen in einer wohlig warmen Wärme und glücklich und zusammen, nur er war draußen, ganz allein in der Eiseskälte, ohne niemanden, ohne Stella. 

Sofija Trajkovska

Oktober 2020

Schon von Weitem sehe ich die hellen Flammen unseres Lagerfeuers. Ein Geruch von Steaks liegt in der Luft. Als ich am Lagerfeuer ankomme, ist das Essen fertig. 
Meine Augen weiten sich, als ich die köstlichen Leckereien sehe. Braungebratene Bratwürste, saftige Steaks und knusprige Pommes warten schon darauf, von mir verschlungen zu werden. 
Ich fühle mich in diesem Moment pudelwohl. Meine Familie und ich sitzen rund um das Lagerfeuer und stopfen uns mit den einmaligen Speisen meiner Mutter voll. Das Essen zergeht mir regelrecht auf der Zunge. Währenddessen knistert und knackst das Feuer und verschlingt das Holz, das mein Vater aus dem borkenkäferbefallenen Wald geholt hat. Es ist toll, am Lagerfeuer zu essen, aber auch sehr heiß und die Funken sprühen. Endlich ist Sonnenuntergang und schlagartig wird es kühler. Der Himmel wird in ein helles Rosa getaucht und die goldgelbe Sonne geht über dem See unter. So bleibt es für eine ganze lange Weile, bis die letzten schwachen Sonnenstrahlen meine Haut kitzeln. Eine Stunde später ist es fast stockdunkel, nur unser nie erlöschendes Lagerfeuer erhellt die fast stockfinstere Nacht. Doch meine Familie und ich lassen uns nicht unterkriegen und sitzen immer noch dort und singen fröhliche Lieder. Plötzlich fallen die Holzscheite mit einem dumpfen Knall zusammen, und ich glaube, dass es nun Zeit ist, um ins Bett zu gehen, da ich schon sehr müde bin.

Hugo Schmitt

Oktober 2020

Schon von Weitem sehe ich die Flammen unseres Lagerfeuers. Ein Geruch von Feuchtigkeit und Wärme liegt in der Luft, als ich immer näher zu den knisternden Feuerfunken laufe.
Nach und nach werden die Flammen größer und langsam verbreitet sich eine wohlige Wärme. Durch den Abendhimmel treiben noch einzige Wolkenfetzen, die durch die untergehende Sonne anfangen zu leuchten. Die letzten Sonnenstrahlen streichen über meine vom Feuer warme Haut. Ich spüre, wie der recht starke Wind durch meine Haare weht. Es fühlt sich so an, als ob jemand durch meine Haare streichen würde. Die blassblauen Berge heben sich deutlich vor dem flammendroten Himmel ab. Glücklich und tiefenentspannt laufe ich zum erfrischenden Wasser vor. Ich springe voller Freude in das Wasser hinein und lass es mir gut gehen. Der flammendrot-blaue Himmel mit schneeweißen Wolken malt sich auf dem glasklaren Wasser ab. Der allerletzte Schein von der goldgelben Sonne scheint ebenfalls in das glasklare Wasser. Silhouetten zeichnen sich nur noch auf dem nicht mehr ganz so warmen Wasser ab, deshalb setze ich mich an das brodelnde, brennende Lagerfeuer und esse knusprige und knackige Stockbrote. Tanzende Flammen des Feuers spiegeln sich auf den sanften Wellen des Sees. Nur die Umrisse der Berge kann ich vor dem wegen der Sonne kupferroten Himmel erkennen. Diese absolute Stille, die ich hier spüre, spürt man nicht überall.
Mit einem dumpfen Knall fallen die Holzscheite zusammen und ich sehe nur noch das glänzende Wasser vor mir.

Leonie Blum

Oktober 2020

Die goldgelbe Abendsonne spiegelte sich im See. Das Lagerfeuer knisterte und knackte, die hellen Flammen zischten und züngelten. Ein Duft von Stockbrot und Bratwurst ummantelte mich und ich fühlte, wie die Wärme langsam in mich eindrang. Die Umrisse der Berge zeichneten sich deutlich vom Himmel ab, der einen nahezu perfekten Farbverlauf von Kupferrot zu Himmelblau darstellte. Nur einige kleine Wolkenfetzen schimmerten am wundervollen Firmament. Die Silhouetten zweier Schwimmer waren zu sehen. Sie hoben sich und sanken wieder wie Profi-Brustschwimmer. Schließlich waren sie im sich spiegelnden Sonnenlicht angekommen. Nur das Knistern des Feuers war zu hören. Ansonsten herrschte friedliche Totenstille. Der Moment war perfekt. In einem Western würde jetzt etwas ganz Scheußliches geschehen, doch es passierte nichts. Ich atmete tief ein und noch tiefer aus. Die Luft war süßlich, rauchig, warm. An meinem Gaumen spürte ich noch den letzten Rest des zuckersüßen und klebrigen Marshmallow-Geschmackes. Ich schaute auf das Wasser mit den sanften Wellen. Der Zeitpunkt ist jetzt!

Julia Ziegler

Oktober 2020