Kategorie: Schuelerarbeiten_Deutsch

  • Zwischen Pandemüdigkeit und politischer Lyrik zu Corona Zeiten

    Zwischen Pandemüdigkeit und politischer Lyrik zu Corona Zeiten

    Zwischen Pandemüdigkeit und politischer Lyrik zu Corona Zeiten – Ein Abriss des Deutschunterrichts in der 10c.

    Zeichnung „müdemotiviert“ von Philipp Wohlfart.„Morgens immer mütend“ – Nein, das ist nicht der einprägende erste Vers des Liedes der Gesangsgruppe Laing, sondern es handelt sich dabei um einen Neologismus aus den beiden Adjektiven müde und wütend. Trifft das unsere Gefühlslage der letzten Tage, Wochen, ja gar Monate nicht perfekt? Nicht wenige würden diese Frage mit einem müden zustimmenden Kopfnicken bejahen. Doch hat das Schuljahr 2020/21 eigentlich so hoffnungsvoll begonnen, immerhin genossen wir bayernweit betrachtet ein Privileg, erst kurz vor Weihnachten in den Wechsel- und Distanzunterricht gehen zu müssen. Aufgrund der strengen Kontaktbeschränkungen des Lockdowns wurden die Coronanächte zuhause im kleinsten Kreis verbracht. Dennoch sind wir optimistisch ins neue Jahr gestartet, mit der Aussicht, spätestens im Frühjahr sei alles wieder im Normalzustand: Willkommen in der Videokonferenz im Fach Deutsch in der Jahrgangsstufe 10. Lyrik des Sturm und Drangs steht auf dem Plan. Gedichte von Goethe und Schiller aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Jetzt treffen Neologismen wie mütend oder müdemotiviert ganz sicher nicht mehr zu, sondern die Gefühlslage der Schülerinnen und Schüler lässt sich wohl viel eher mit einem simplen müde beschreiben. Doch die Epoche des Sturm und Drangs ist vor allem für zwei Motive bekannt und die sind alles andere als mit einem müde abzustempeln: Rebellion und Genie! Um den tristen und streng getakteten Videokonferenzen zu entfliehen und sich von den Ketten der Ausgangssperre zu befreien, haben unsere rebellischen Genies im Zuge der Betrachtung mit politischer Sprache und politischer Lyrik eigene politische Gedichte verfasst. Selbstverständlich wurde hier Corona von einigen als Aufreißer gewählt, um aufzuklären, anzuklagen, zum Nachdenken oder Handeln aufzufordern. Eben das, was politische Gedichte schon seit Jahrhunderten bezwecken. Aber nichtsdestotrotz haben die Schülerinnen und Schüler nicht den Blick für andere wesentliche gesellschaftlichen Themen verloren, wie beispielsweise die Frage nach Menschlichkeit in der Flüchtlingskrise, über die paradoxerweise in unserer Medienlandschaft kaum noch berichtet wird. An dieser Stelle lade ich Sie herzlich dazu ein, sich Zeit zu nehmen und die Meisterwerke unserer Nachwuchsdichter durchzulesen.

    Text: Jonas Barski

    Despotie (Amanda Plakiqi)

    Sie halten die Feder,
    doch wir halten die Axt!
    Die Dystopie ist nah für uns,
    doch unser Aufschrei kann das Blatt noch wenden.
    Das Brot wird uns genommen,
    wie Dreck werden wir behandelt,
    doch das Mitleid könnt ihr euch sparen!
    Denn niemand kann den Brand des Hauses aufhalten,
    wenn er die Augen geschlossen hält.

    Mensch ist Mensch(Emely Tichay)

    Mensch ist Mensch, das merke dir,
    jeder ist willkommen hier.
    Hass, Zorn und Unterdrückung
    haben hier keinen Platz,
    das sag ich dir in einem Satz:
    „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
    Das ist in Deutschland hochkostbar.
    Keiner hat das Recht, andere Menschen zu verlieren
    oder gegen sie zu hetzen.
    Wir wollen Frieden in unserem Land,
    deswegen gib auch Menschen mit anderer Hautfarbe die Hand.
    Mensch ist Mensch, das merke dir,
    jeder ist anders, aber das akzeptieren wir.

    Du würdest es genauso tun(Emilia Will)

    Er ist doch wie du
    Drum frag ich dich nu
    Was ist anders an ihm
    Wir sind doch ein Team

    Vielleicht kommt er gebürtig nicht von hier
    Doch was tut er dir
    Er will hier doch nur friedlich leben
    Und nicht daheim in Angst schweben

    Deutschland ist groß genug
    Also denk doch mal klug
    Er ist vielleicht geflohen
    Weil andere ihn bedrohen

    Warum sollten wir ihm ein Zuhause verwehren
    Kannst du nicht etwas Platz entbehren
    Du würdest es genauso machen
    Hoffentlich denken die anderen dann nicht solche Sachen

    Corona(Lena Härder)

    Am Campus liegen viele Patienten,
    die zum Teil zu früh und jämmerlich enden.

    Die OP-Säle sind brechend voll,
    das finden wir alle nicht so toll.

    Rassen und Klassen kennt das Virus nicht,
    es frisst sich durch jede soziale Schicht.

    Die Opposition und die Regierungspartei,
    die bangen und hoffen, es ist bald alles vorbei.

    Namibia und andere Länder sind ganz weit weg,
    selbst dort grassiert und verbreitet sich der Dreck.

    Ausgangssperre für alle ist der größte Mist,
    ich sag es euch, nur dass ihr es wisst.

    Jetzt müsst ihr mal was tun,
    damit nicht noch mehr für immer ruhen.

    Für die Wahrheit (Lisa Kaiser)

    Hört mal liebe Kinder, ich erzähl euch jetzt wie‘s war,
    damals mit Corona und was sonst noch so geschah.
    Von einem auf den and‘ren Tag kam nämlich alles anders.
    Das Leben wurde eingeschränkt, es gab auch einen Anlass.

    Hygiene wurd‘ nun großgeschrieben – die Läden waren dicht.
    Die meisten unterstützten das – doch manche eben nicht.
    Sie nannten sich die Freiheitskämpfer – den echten Widerstand.
    Verglichen sich mit Sophie Scholl, doch war‘n sie braun gebrannt.

    Von Fakten wollten sie nichts wissen, Statistik war nicht relevant.
    Zum Glück war deren Meinung niemals anerkannt im Land.
    Was könnt ihr nun d‘raus lernen? – Denkt doch erst, bevor ihr schreit.
    Denn die Wahrheit, die wird siegen, jetzt und auch für alle Zeit!

    Klimawandel (Stella Zimmer)

    Hohe Tiere aus aller Welt
    kommen heut zusammen.
    Jeder denkt, er wär‘ ein Held
    und könnte Großes entflammen.

    Klimaschutz steht auf dem Plan.
    Ist für die Welt sehr wichtig.
    Kommen mit Hubschraubern an
    und machen alles wieder richtig.

    Lockdown (Lisa-Marie Eckert)

    Den ganzen Tag vorm PC
    und draußen liegt der Schnee.

    Arbeitsaufträge stehen uns bis zum Hals.
    Jeden Tag wird es mehr
    und die Hälfte davon machen wir falsch.
    Es belastet uns sehr.

    Wochenende ist das einzig Gute.
    Die ganze Woche warten wir darauf.
    Doch das Wochenende nimmt so schnell seinen Lauf
    und plötzlich haben wir schon wieder Schule.

    Sogar die Ferien werden uns genommen.
    Daran hat keiner was gewonnen.

    Wir brauchen auch mal eine Pause,
    um zu entspannen zu Hause.

    Die Coronapolitik Deutschlands (Séraphine Weyer)

    Die Staatsmänner denken, sie haben es unter Kontrolle,
    es bedroht die ganze Welt,
    Lockdown hier und da.
    Corona hat alles auf den Kopf gestellt.

    Viele wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen,
    den Söder nennen alle ein Genie,
    für unsere Gesundheit wird Deutschland schon sorgen,
    doch niemand versteht die Bedeutung von einer „Pandemie“.

    Fitnessstudios, Restaurants und so weiter müssen schließen,
    viele verdienen deswegen kein Geld,
    wir lassen uns trotzdem nicht unterkriegen,
    der deutsche Staat ist jedoch kein Held.

    Das Virus mutiert bereits,
    mit dem Gegenmittel lassen sich viele spritzen,
    was sollen wir den ganzen Tag machen,
    die meisten tun doch nur zuhause sitzen.

    Beim Rausgehen müssen wir Masken tragen,
    wir lassen uns niemals unterkriegen,
    diese Zeit wird hoffentlich bald enden
    und das Coronavirus werden wir gemeinsam besiegen.

    Bad loser (Diana Fleck)

    Der brennende Konflikt,
    der uns allen bekannt,
    die Wahl von Joe und Trump
    bracht uns um den Verstand.

    Es war gewiss ein heißes Renn‘,
    speziell Trump konnt‘ viel Fett verbrenn‘.
    So fair wie es jedoch geplant,
    verlief die Wahl nun leider nicht.
    Nachdem ihn einer doch ermahnt,
    ist klar, dass Trump konstant besticht.

    Amerika, das schöne Land,
    war völlig außer Rand und Band.
    Sie war‘n ihn los, den guten Mann,
    was mancher noch nicht glauben kann.

    Menschlichkeit (Philipp Wohlfart)

    Moria brannte.
    Es brannte in mir.
    Es brennt immer noch in mir.

    Sie fliehen aus ihrem Heimatland.
    Es zieht sie an Europas Rand.
    Im Fernsehen war es oft zu seh’n,
    Wie Menschen dicht zusammensteh’n.

    Der Platz im Lager reicht nicht aus,
    die Menschen müssen schnell hieraus.
    von Privatsphäre keine Spur,
    doch Europa bleibt weiter stur.

    Europa, was machst du bloß?
    Weist sie ab – ganz lieblos.
    Anstelle von Vielfältigkeit,
    an deine Grenzen jetzt viel Leid.

    Wo ist die Menschlichkeit geblieben?
    Lieber helfen, statt abzuschieben.
    Vom Abdul bis zum Heinz,
    wir sind doch alle eins.

    Moria brannte.
    Es brannte in mir.
    Es brennt immer noch in mir.

    Wellen des Unrechts (Michelle Hoch)

    Die Erde bebt, ein Tsunami entsteht.
    Kein Wasser, das auf Landmassen trifft,
    sondern eine erregte Fet‘,
    die bekämpft nur Gift.

    Die Gemeinschaft friedlich,
    außer dem Rassisten,
    obwohl der Politikerabend,
    unternimmt nichts.

    Die Menschen beklagen die Gewalt,
    gegen sie ausgeführt wird,
    mit dem unverhohlenen Sachverhalt,
    dass ihre Farbe, dunkel, verdirbt.

    Die Uniformen schreiten ein,
    zielen auf Farbe,
    nicht nur mit diesem Anschein,
    dass sie es nicht mögen, wie eine Narbe.

    Die Massen brennen,
    rot, so farbig,
    wie die Menschen,
    oder was nun von ihnen übrig.

    Schritte ohne Akzeptanz (Oliver Bondarchuk)

    Freude bei den ersten Schritten,
    Freude bei den letzten.
    Jeder läuft irgendwohin – doch
    Wohin?

    Du läufst – ich auch.
    Zur Schule – ich auch.
    Für Essen – ich auch.
    Für dich normal, für mich alles.

    Ich bin meinem Ziel entgegengelaufen,
    so weit – doch ich muss.
    Drinnen, draußen ohne sich zu verlaufen.
    Und ich lief über Stock und Stein,
    von Land zu Land,
    durch Wüste und Stadt.

    Ich laufe und für euch ist das ein Problem,
    ihr redet über meine Schritte und unsinnige Themen.
    Wollt‘ nicht, dass ich laufe,
    auch wenn ich ersaufe,
    ihr gebt mir keine Alternative.
    Trotzdem laufe ich,

    doch angekommen – da gab es keine Freude.

    Zwischen Aluhüten und Lügen (Sophia Sperl)

    Die Erde bebt, ein Tsunami entsteht.
    Kein Wasser, das auf Landmassen trifft,
    sondern eine erregte Fet‘,
    die bekämpft nur Gift.

    Die Gemeinschaft friedlich,
    außer dem Rassisten,
    obwohl der Politikerabend,
    unternimmt nichts.

    Die Menschen beklagen die Gewalt,
    gegen sie ausgeführt wird,
    mit dem unverhohlenen Sachverhalt,
    dass ihre Farbe, dunkel, verdirbt.

    Die Uniformen schreiten ein,
    zielen auf Farbe,
    nicht nur mit diesem Anschein,
    dass sie es nicht mögen, wie eine Narbe.

    Die Massen brennen,
    rot, so farbig,
    wie die Menschen,
    oder was nun von ihnen übrig.

    Schritte ohne Akzeptanz (Oliver Bondarchuk)

    Zwischen Aluhüten und Lügen, da findet man dich,
    siehst vor lauter Querdenken die Wahrheit nicht.
    Millionen kranke Menschen krepieren,
    trotzdem gehst du weiter demonstrieren.

    
Deine „Informationen“ hast du von Trumps Twitteraccount,
    um besser zu sagen, die Fakenews, die er herumposaunt.
    Am besten lässt du dir Desinfektionsmittel spritzen,
    damit kannst du dich laut Trump vor dem Virus schützen.

    Vielleicht solltest du dir doch lieber die Fakten und Berichte der Wissenschaftler anschauen.
    Die Todeszahlen werden dich aus den Socken hauen.
    Hoffentlich wird dir dann endlich klar, dass neben Feiern und Essengehen
    vielleicht doch die Gesundheit und der Zusammenhalt im Vordergrund stehen.

    Du Mitläufer, mach die Augen auf (Leon Reutlinger)

    Du denkst, du kannst was verändern.
    Es herrscht Corona, doch du willst auf dein Recht beharren.
    Gehst demonstrieren zwischen Verschwörungstheoretikern und Rechtsradikalen.
    Du lässt dich zutexten auf Versammlungen von Blendern.
    Du willst was verändern?

    Du denkst, bist besonders schlau, am Querdenken.
    Doch bist nur deine Vernunft am Verschenken.
    Du gehst in einem bunten Haufen protestieren.
    Doch hast eigentlich keine Vorstellung, für was
    machst du das, aus Langeweile oder Hass
    wird verbreitet und lässt die Menschlichkeit erfrieren.

    Populisten gewinnen immer mehr an Einfluss.
    Du unterstützt sie, da sie dieselbe Meinung und Feindbilder haben.
    Du Blinder, sie lenken deine Richtung wie einen Einguss.
    Du, bitte, fang an, zu hinterfragen.

    Nicht alles ist wahr, was deine Facebookgruppe postet.
    Du hältst deine Augen zu, hast endlich eine Gruppe, die dich nicht roasted.
    Lös endlich deine Informationsblase auf
    und schaue in die Wahrheit.
    Du Mitläufer, mach die Augen auf.
    Das gibt deinem einsamen Leben Klarheit.

    Änderung (Antonia Eckert)

    Es gibt Schulkinder, die noch heute spielen:
    „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“.
    Und beim Versuch, auf die andere Seite zu fliehen,
    sagen sie: „Hoffentlich bin ich nicht als Nächstes dran“.

    Unser Planet ist schon seit langem am Sterben,
    zukünftige Kinder werden nicht leben können,
    viele Lebewesen werden wahrscheinlich aussterben,
    weil wir uns nur auf Kosten anderer gönnen.

    In China werden Menschen gefoltert und gefangen,
    doch wir tun nichts, China ist ein zu wichtiger Handelsgeselle.
    Wir müssen endlich etwas dagegen tun und sie verklagen.
    Menschenrechte sollten eigentlich sein bei allen an erste Stelle.

    Alle können etwas verändern.
    Und somit helfen wir den anderen Ländern.

    Protestlösung (Nicole Mylnikov)

    Die Sonne strahlt hinab auf uns,
    die Strahlen leuchten durch den Morgendunst.
    Die Erde froh und voller Schar,
    doch dann kam ein CO2, das dies sah.
    Nach einer Weile war die Erde nicht mehr gut drauf,
    so löste sich auch das Eis auf der Antarktis auf.
    Ebenfalls betrifft‘s die australischen Wälder,
    diese fangen Feuer von selber.
    Nun protestieren wir und sagen: „Macht was dagegen!“,
    doch jeder stellt sich die Frage: „Wie können wir nur dieses Problem beheben?“

    Home schooling (Stella Griebel)

    Stundenlang vorm Bildschirm
    Arbeitet unser Gehirn
    Viel zu viel müssen wir machen
    Das ist bald nicht mehr erträglich
    Immer mehr zum Schaffen
    Mehrere Stunden sitze ich täglich
    Dennoch schätzen wir die Bemühungen der Lehrer
    Die Situation für sie ist auch schwerer
    Dennoch wir fangen an im Dunkeln
    Und hören auf im Dunkeln
    Aber wir wollen das Beste draus machen
    Und versuchen alles zu schaffen
    Wir strengen uns an
    Und trotzdem werden uns die Ferien gestrichen
    Die Frage ist bloß wann
    Sollen wir uns mal entspann‘
    Das einzige an was wir denken die Woche lang
    Ist wann fängt das Wochenende endlich an.

  • 7. Klasse: Literarische Schreibversuche

    Dass Schüler und Schülerinnen im Fach Deutsch nicht nur lernen, Texte zu analysieren und Stilmittel in Texten zu erkennen und zu deuten, sondern selbst kreativ und gezielt sprachliche Mittel einsetzen können, haben Kinder einer siebten Klasse bewiesen. Die folgenden Texte sind Schreibübungen zur Vorbereitung für das schildernde Erzählen, das im LehrplanPlus wieder in der siebten Jahrgangsstufe verankert ist.

    Weiter kämpfte er sich durch den Schnee. Autos fuhren rasend schnell an ihm vorbei und verschwanden wieder in der Dunkelheit. Der Matsch spritzte, doch das machte ihm nichts aus, denn sein Kopf, seine Gedanken, waren woanders. Bei Stella. Alles in seinem Kopf war plötzlich ein Chaos. Als wäre er in seinem eigenen Kopf gefangen wie in einem Labyrinth, nur ohne einen Ausgang. Adriáns Blick war betrübt zu Boden gesenkt und seine Hände in seine Jackentasche verschwunden, denn es war kalt, nein noch schlimmer, es war so kalt wie in der dunkelsten und bitterkältesten Nacht am Nordpol.  Umso mehr Adrians Gedanken sich an Stella festklammerten, umso kälter wurde es, draußen, aber auch um Adriáns Herz herum. Er sah, wie alle Vorhänge geschlossen waren, und erblickte nur die Umrisse der Menschen von draußen aus.  Doch sie waren drinnen in einer wohlig warmen Wärme und glücklich und zusammen, nur er war draußen, ganz allein in der Eiseskälte, ohne niemanden, ohne Stella. 

    Sofija Trajkovska

    Oktober 2020

    Schon von Weitem sehe ich die hellen Flammen unseres Lagerfeuers. Ein Geruch von Steaks liegt in der Luft. Als ich am Lagerfeuer ankomme, ist das Essen fertig. 
Meine Augen weiten sich, als ich die köstlichen Leckereien sehe. Braungebratene Bratwürste, saftige Steaks und knusprige Pommes warten schon darauf, von mir verschlungen zu werden. 
Ich fühle mich in diesem Moment pudelwohl. Meine Familie und ich sitzen rund um das Lagerfeuer und stopfen uns mit den einmaligen Speisen meiner Mutter voll. Das Essen zergeht mir regelrecht auf der Zunge. Währenddessen knistert und knackst das Feuer und verschlingt das Holz, das mein Vater aus dem borkenkäferbefallenen Wald geholt hat. Es ist toll, am Lagerfeuer zu essen, aber auch sehr heiß und die Funken sprühen. Endlich ist Sonnenuntergang und schlagartig wird es kühler. Der Himmel wird in ein helles Rosa getaucht und die goldgelbe Sonne geht über dem See unter. So bleibt es für eine ganze lange Weile, bis die letzten schwachen Sonnenstrahlen meine Haut kitzeln. Eine Stunde später ist es fast stockdunkel, nur unser nie erlöschendes Lagerfeuer erhellt die fast stockfinstere Nacht. Doch meine Familie und ich lassen uns nicht unterkriegen und sitzen immer noch dort und singen fröhliche Lieder. Plötzlich fallen die Holzscheite mit einem dumpfen Knall zusammen, und ich glaube, dass es nun Zeit ist, um ins Bett zu gehen, da ich schon sehr müde bin.

    Hugo Schmitt

    Oktober 2020

    Schon von Weitem sehe ich die Flammen unseres Lagerfeuers. Ein Geruch von Feuchtigkeit und Wärme liegt in der Luft, als ich immer näher zu den knisternden Feuerfunken laufe.
    Nach und nach werden die Flammen größer und langsam verbreitet sich eine wohlige Wärme. Durch den Abendhimmel treiben noch einzige Wolkenfetzen, die durch die untergehende Sonne anfangen zu leuchten. Die letzten Sonnenstrahlen streichen über meine vom Feuer warme Haut. Ich spüre, wie der recht starke Wind durch meine Haare weht. Es fühlt sich so an, als ob jemand durch meine Haare streichen würde. Die blassblauen Berge heben sich deutlich vor dem flammendroten Himmel ab. Glücklich und tiefenentspannt laufe ich zum erfrischenden Wasser vor. Ich springe voller Freude in das Wasser hinein und lass es mir gut gehen. Der flammendrot-blaue Himmel mit schneeweißen Wolken malt sich auf dem glasklaren Wasser ab. Der allerletzte Schein von der goldgelben Sonne scheint ebenfalls in das glasklare Wasser. Silhouetten zeichnen sich nur noch auf dem nicht mehr ganz so warmen Wasser ab, deshalb setze ich mich an das brodelnde, brennende Lagerfeuer und esse knusprige und knackige Stockbrote. Tanzende Flammen des Feuers spiegeln sich auf den sanften Wellen des Sees. Nur die Umrisse der Berge kann ich vor dem wegen der Sonne kupferroten Himmel erkennen. Diese absolute Stille, die ich hier spüre, spürt man nicht überall.
    Mit einem dumpfen Knall fallen die Holzscheite zusammen und ich sehe nur noch das glänzende Wasser vor mir.

    Leonie Blum

    Oktober 2020

    Die goldgelbe Abendsonne spiegelte sich im See. Das Lagerfeuer knisterte und knackte, die hellen Flammen zischten und züngelten. Ein Duft von Stockbrot und Bratwurst ummantelte mich und ich fühlte, wie die Wärme langsam in mich eindrang. Die Umrisse der Berge zeichneten sich deutlich vom Himmel ab, der einen nahezu perfekten Farbverlauf von Kupferrot zu Himmelblau darstellte. Nur einige kleine Wolkenfetzen schimmerten am wundervollen Firmament. Die Silhouetten zweier Schwimmer waren zu sehen. Sie hoben sich und sanken wieder wie Profi-Brustschwimmer. Schließlich waren sie im sich spiegelnden Sonnenlicht angekommen. Nur das Knistern des Feuers war zu hören. Ansonsten herrschte friedliche Totenstille. Der Moment war perfekt. In einem Western würde jetzt etwas ganz Scheußliches geschehen, doch es passierte nichts. Ich atmete tief ein und noch tiefer aus. Die Luft war süßlich, rauchig, warm. An meinem Gaumen spürte ich noch den letzten Rest des zuckersüßen und klebrigen Marshmallow-Geschmackes. Ich schaute auf das Wasser mit den sanften Wellen. Der Zeitpunkt ist jetzt!

    Julia Ziegler

    Oktober 2020

    Nach und nach wurden die Flammen größer und langsam verbreitete sich eine wohlige Wärme. Durch den Abendhimmel trieben noch einige Wolkenfetzen, die von der untergehenden Sonne in orangerotes Licht getaucht wurden. Für einen kurzen Moment schloss ich meine Augen und lauschte den Grillen. welche am Ufer fröhlich vor sich hin zirpten, während die Vögel gerade ihre letzten Lieder des Tages anstimmten. Ich öffnete meine Augen wieder, als ich ein leises Zischen hörte, das von den noch leicht feuchten, mit Moos bewachsenen Ästen stammte, die gerade in die heiße Glut gelegt worden waren und nun von den züngelnden Flammen gierig verschlungen wurden.

    Der pikante Geruch von Stockbrot und gegrillten Würstchen stieg mir in die Nase und mir begann das Wasser im Mund zusammenzulaufen, während sich auch mein leerer Magen mit einem lauten Grummeln zu Wort meldete.

    Wie gerne hätte ich jetzt schon gegessen, aber ich musste leider noch etwas warten, da meine Freunde immer noch in dem von den Algen leicht grünlich gefärbten Wasser des Sees schwammen und sich gegenseitig lachend mit diesem bespritzten. Ich fragte mich, ob ihnen nicht langsam kalt werden würde, da inzwischen eine leichte Brise raschelnd durch die Blätter der neben mir stehenden Bäume strich, das Wasser in Bewegung setzte, um es mit kleinen Wällen an das Seeufer schlagen zu lassen, und auch mir inzwischen langsam unter die Haut schlich.

    Ich begann zu frösteln, weshalb ich die weiche Decke, welche um meine Schultern gelegt war, noch enger um mich schlang und so nah an das lodernde Feuer heranrutschte, dass die teilweise blau gefärbten Flammen, welche mir den vertrauten Geruch von Rauch und verbranntem Holz ins Gesicht wehten, schon fast meine Fingerspitzen berührten, die ich ihnen entgegenstreckte. Ein wohliges Kribbeln breitete sich in meiner Magengegend aus, als ich in der Ferne die letzten Sonnenstrahlen beobachtete, wie sie gerade hinter den schwarzen Umrissen der Berggipfel verschwanden, und ich fühlte mich so gelassen und sorglos wie schon lange nicht mehr.

    Loucia Lingerfelt

    Oktober 2021