Kategorie: Mathematik

  • Die „Wurstkatastrophe“ – Ein Mathematiker zu Besuch am Rhön-Gymnasium

    Die „Wurstkatastrophe“ – Ein Mathematiker zu Besuch am Rhön-Gymnasium


    Am 10. April 2019 besuchte Dr. Richard Greiner vom mathematischen Institut der Uni Würzburg das Rhön-Gymnasium, um den knapp 70 Schülerinnen und Schülern aus der Q11 einen Einblick in seine Arbeit als Mathematiker und Dozent zu geben. Gleich zu Beginn wies er darauf hin, dass sich die Mathematik an der Universität deutlich von der unterscheidet, die man aus der Schule kennt. Beispielsweise beschäftigt man sich hier kaum noch mit Zahlen, sondern eher mit allgemeinen abstrakten Strukturen.
    Er selbst habe bereits als Kind gerne geknobelt und heute sieht er genau darin die wesentliche Aufgabe seiner Arbeit. Interessant daran sei, dass sich durch die Lösung eines Problems sofort neue Fragestellungen ergeben. Kaum vorstellbar, dass es in der Mathematik ungelöste Probleme gibt und dass deren Anzahl sogar ständig wächst.
    Als Einstiegsproblem durften sich die Zuhörer mit der im Jahre 1611 erstmals gestellten Frage auseinandersetzen, wie man Kugeln möglichst platzsparend verpackt. Durch Ausprobieren kamen die Schülerinnen und Schüler auf drei Varianten (siehe Bild). Die Lösung dieses Problems, so Greiner, stellt sich als harte Nuss heraus. Man vermutet, dass bis zu einer Anzahl von 55 Kugeln die erste Variante, die sogenannte „Wurstpackung“, am optimalsten ist, was erst im Jahre 1998 bewiesen wurde. Für noch mehr Kugeln kann keine allgemeingültige Vorhersage für die bestmögliche Anordnung getroffen werden, was man scherzhafterweise als „Wurstkatastrophe“ bezeichnet.
    Eine weitere interessante Frage war die nach einer 4-dimensionalen Kugel. Für deren Vorstellung sollten sich die 11.-Klässler zweidimensionale „Flachländler“ vorstellen, die sich nur in der Ebene bewegen und die dritte Dimension, also die Höhe, nicht kennen. Würde man durch deren Welt eine Kugel „schieben“, so würden sie zu Beginn nichts, dann einen Punkt, dann einen immer größer und kleiner werdenden Kreis sehen, der am Ende verschwindet. Bei dem Gedankenspiel, was passiert, wenn jemand eine 4-dimensionale Kugel durch unsere 3-dimensionale Welt „drücken“ würde, waren die Zuhörer ganz schön gefordert. Die Antwort soll an dieser Stelle bewusst offenbleiben, um den ein oder anderen Leser zum Knobeln zu motivieren.
    Mathematik, so Greiner, biete uns die Möglichkeit, mit Dingen, die wir uns nicht vorstellen können, zu arbeiten. Ganz allgemein ist für ihn die Mathematik die Antwort des Menschen auf die Komplexität der Natur. Kaum einer nimmt es war, aber viele Entwicklungen wären ohne die Arbeit von Mathematikern nicht möglich gewesen. Als Beispiel nennt er die Datenübertragungsfehler bei Smartphones, die permanent passieren und durch Mathematik im 8-dimensionalen Raum auf ein Minimum reduziert werden. 

Durch die abschließende Frage eines Schülers, wie eine 5-dimensionale Kugel in unserer 3-dimensionalen Welt aussähe, wird klar, dass der Vortrag neue Denkprozesse anstoßen und ein erweitertes Bewusstsein fördern konnte.

    Text und Fotos: Michael Stöcklein

  • Erfolg beim Landeswettbewerb Mathematik

    Erfolg beim Landeswettbewerb Mathematik

    Justin Schmitt qualifiziert sich erneut für die 2. Runde

    1373 Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern haben in diesem Schuljahr am Landeswettbewerb Mathematik teilgenommen. Dieser Wettbewerb soll kreative Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe herausfordern, sich intensiv mit mathematischen Fragestellungen zu beschäftigen. Vom Rhön-Gymnasium hat Justin Schmitt (9b) die erste Runde sehr erfolgreich überstanden und sich für Runde 2 qualifiziert.
    Bei der Ehrung am 8. 1. 2019 erhielt er durch die Schulleiterin Frau OStDin Dr. Vonderau und Fachbetreuer StD Saal die Urkunde des Bayerischen Kultusministeriums und einen Buchpreis.
    Jetzt bleibt ihm Zeit bis Anfang Februar, um auch die 2. Hürde zu nehmen. Die Herausforderung ist groß, denn die Aufgaben sind um Einiges kniffliger.
    Das Rhön – Gymnasium bedankt sich für Justins Engagement und seine beeindruckende Leistung und hofft auf mathematikbegeisterte Nachfolger.
    
Aufgaben und Lösungen vergangener Wettbewerbsjahre können unter www.lwmb.de  abgerufen werden. 


    Text: Guido Saal

  • Mathe im Advent

    Mathe im Advent

    Schnell war der Entschluss bei vielen Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangstufe des Rhön-Gymnasiums gefasst: „Ja, wir machen mit beim Wettbewerb „Mathe im Advent“. Anstatt wie bei einem üblichen Adventskalender jeden Morgen ein Stück Schokolade zu bekommen ist es doch spannender, wenn sich hinter den 24 Türchen kniffelige Knobelaufgaben verbergen.“

    Mathe im Advent ist ein bundesweiter Wettbewerb, der nun schon zum 10. Mal von der deutschen Mathematiker-Vereinigung ausgerichtet wurde und jährlich über 100 000 Kinder und Jugendliche erreicht. 2017 stand er unter dem Motto: Mathe ist mehr als Rechnen! 24 weihnachtliche Aufgaben rund um das Wichteldorf am Nordpol vermittelten Spaß und sinnvolle Anwendungen der Mathematik. „Didaktisch sind die Aufgaben so angelegt, dass sie den Kindern in erster Linie Spaß, Kreativität und Selbstbewusstsein vermitteln. Wir wollen zeigen: Jeder kann Mathe!“, sagte Stephanie Schiemann, Projektleiterin von „Mathe im Advent“. Zu jeder Aufgabe gab es eine humorvolle Illustration, die die Charaktere der Wichtel sowie die mathematische Fragestellung zum Leben erweckt und dadurch greifbarer macht. Ausführliche Lösungen erschienen in der Regel am Folgetag, um ein zeitnahes Feedback zu geben. Für die Schülerinnen und Schüler war Mathematik in dieser Zeit nicht nur ein Unterrichtsfach mit Hausaufgaben, sondern wurde als Freizeitbeschäftigung betrieben. Man konnte auch mit Freunden und der Familie über die Aufgaben diskutieren und erfahren wie spannend Mathematik sein kann.

    Die Schülerinnen und Schüler haben viel an Erfahrung gewonnen und erlebt wie vielseitig Mathematik sein kann, und dass das Lösen von mathematischen Problemen auch Spaß machen kann. Konrad hat mit stolzen 23 von 24 richtig gelösten Aufgaben am besten abgeschnitten. Dicht gefolgt von Sonja, die 20 von 24 Aufgaben richtig lösen konnte. Konrads Lieblingsaufgabe war „Wichtel gesucht!“. Man musste fünf Wichteln den richtigen Arbeitsplatz zuteilen. Ihm hat am Wettbewerb besonders gut gefallen, dass nach Abgabeschluss der Aufgaben die Lösungen erklärt wurden und dass es drei Joker gab. Sonja fand die Aufgabe „Rentier Nachwuchs“ hinter dem ersten Türchen am besten. Ihr hat es gefallen, Mathematik auf weihnachtliche Weise zu entdecken und zu knobeln.

    Aus www.mathe-im-advent.de Aufgabe 1

    Rentier-Nachwuchs 

    Die Wichtel Ragna und Ada wohnen zusammen in einer Wohngemeinschaft. In der hektischen Weihnachtszeit sehen sie sich nicht viel, denn Ragna betreut die Rentiere des Weihnachtsmanns und Ada packt den ganzen Tag Geschenke ein. Doch heute haben sie endlich mal wieder die Zeit gefunden, eine Tasse Tee zusammen zu trinken.

    Ragna erzählt dabei vom Flugtraining der Nachwuchs-Rentiere: „Zusammen mit den anderen Rentierwichteln wollte ich alle unsere Nachwuchs-Rentiere vor die kleinen Trainingsschlitten spannen. Wir haben erst beschlossen, vor jeden Schlitten zwei Rentiere zu spannen. Doch da blieb ein Rentier übrig. Dann haben wir es mit jeweils drei Rentieren vor jedem Schlitten versucht. Aber da blieb ein Schlitten übrig… Dann hat es plötzlich furchtbar angefangen zu schneien und wir mussten alle Rentiere zurück in den Stall bringen. Das Flugtraining mussten wir natürlich verschieben…“

    Ada seufzt: „Das ist ja wirklich dumm gelaufen. Morgen habt ihr hoffentlich besseres Wetter! Wie viele Nachwuchs-Rentiere habt ihr zur Zeit eigentlich?“

    „Hm…, da muss ich erstmal nachdenken…“, überlegt Ragna und fängt an im Kopf zu zählen.

    Wie viele Nachwuchs-Rentiere gibt es zur Zeit bei den Rentierwichteln?