Über 40 helfende Hände – der Schulsanitätsdienst am Rhön-Gymnasium

Auch in diesem Schuljahr engagierten sich wieder mehr als 40 Schülerinnen und Schüler im Schulsanitätsdienst. Ob kleinere Verletzungen in der Pause, Unfälle bei Schulveranstaltungen oder plötzliche Erkrankungen während des Unterrichts – die Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter waren jederzeit schnell zur Stelle. Geleitet wird der Arbeitskreis von Lanea Neubauer und Lucia Becker aus der 10. Klasse. Im Interview berichten sie, was den Schulsanitätsdienst besonders macht:

Warum habt ihr euch entschieden, Schulsanitäterinnen zu werden?

Lucia: Zum Schulsanitätsdienst bin ich in erster Linie gekommen, weil ich schon immer Interesse daran hatte, Menschen zu helfen. Es macht mir Spaß, Verbände anzulegen, Diagnosen zu stellen oder den Puls zu messen – und das schon seit meiner Kindheit. Als ich in der siebten Klasse erfahren habe, dass ich im folgenden Jahr dem Schulsanitätsdienst beitreten kann, war das sofort der perfekte AK für mich. Ich bin jedes Schuljahr aufs Neue froh, dass ich mich dafür entschieden habe.

Welche Aufgaben übernehmen Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter im Schulalltag und wie läuft ein typischer Einsatz ab?

Lanea: Wenn sich jemand im Schulalltag verletzt, haben die Schulsanis die Aufgabe, schnell zum Einsatzort zu kommen und der Person sowohl körperlich zu helfen als sie auch seelisch zu unterstützen. Meistens sind es kleine Wunden, die verbunden werden müssen. Sobald wir über die Lautsprecher „Sani Team 6 in die Turnhalle!“ hören, eilen wir aus dem Unterricht. Das Team teilt sich dann auf: Eine Person holt den Sani-Rucksack und die anderen gehen sofort zur Einsatzstelle. Sind alle Teammitglieder angekommen, wird der oder die Betroffene gefragt, was passiert ist, wie er oder sie heißt etc. Das brauchen wir, um ein Protokoll auszufüllen, das den Unfallhergang dokumentiert. Gleichzeitig ergreifen wir entsprechende Maßnahmen, wie z.B. einen Kühlakku auflegen oder einen Verband anlegen. Wenn die Erste Hilfe-Maßnahmen abgeschlossen sind, entscheiden wir, ob jemand in der Schule bleiben oder nach Hause gehen sollte. Ist das alles erledigt, können wir wieder in den Unterricht gehen und stolz auf uns sein, dass wir helfen konnten.

Wie werden neue Mitglieder ausgebildet und welche Fähigkeiten lernen die Schulsanis?

Lanea: Am Anfang eines neuen Schuljahres machen wir immer eine erste Fortbildung im Schulhaus, die vor allem für die neuen Sanis wichtig ist. Diese müssen erst einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, um in den AK aufgenommen zu werden.

Wir erklären ihnen, wie ein Einsatz abläuft, wo im Sani-Zimmer der Rucksack zu finden ist oder wie man das Material wieder auffüllt. Außerdem teilen wir alle Sanis in Teams ein.

In weiteren Fortbildungen während des Schuljahres frischen wir immer wieder unsere Kenntnisse auf oder besprechen Fälle, die nicht ganz so einfach waren. In Fallbeispielen üben alle Teams regelmäßig ihre Kenntnisse anzuwenden und zu vertiefen.

Was macht die Arbeit im Schulsanitätsdienst besonders und welche Erfahrungen und Erlebnisse sind euch in besonderer Erinnerung geblieben?

Lucia: Am Schulsanitätsdienst ist vor allem das Teamwork so besonders: Sei es in den Teams selbst, indem man sich gegenseitig unterstützt oder in den großen gemeinsamen Fortbildungen, bei denen man sein Wissen auffrischt.

In Erinnerung bleiben bei mir die großen Einsätze. Dazu zählen die Einsätze mit Krankenwagen und fertig ausgebildeten Rettungssanitätern. In diesem Moment hat man immer eine Art Kick, weil alles so schnell geht, aber trotzdem alles so präzise abläuft und man dennoch ruhig bleibt. Auch ist es schön, Hannes (Anmerkung: ehemaliger Schüler) wieder zu sehen, der vor uns den AK geleitet hat und jetzt Rettungssanitäter ist.

Vielen Dank für das Interview!

Text und Bild: Inga Hoffmann

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