Sagen schreiben? Können wir auch!
So oder so ähnlich reagierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c, nachdem sie sich mit den Merkmalen von Erklärungssagen auseinandergesetzt hatten. Anhand von Texten wie „Die steinerne Agnes“ wurde das Konzept der Erklärungssage, auch Lokalsage genannt, erfasst. „Lokalsagen beziehen sich auf die wirkliche Welt bzw. landschaftliche Besonderheiten und Ereignisse und versuchen oft, diese zu erklären.
Entsprechend spielen Lokalsagen an Orten, die es heute noch gibt, und handeln von
Personen, die dort lebten oder gelebt haben könnten“, so das Deutschbuch, das Lehrwerk in der sechsten Klasse. Schnell ließen sich die Kinder für die Idee begeistern, ihre eigenen Erklärungssagen zu verfassen. Dazu sollten sie zu einem selbstgemachten Bild ihrer Wahl eine anschauliche Sage verfassen. Die Ergebnisse waren originell und zeugten von der gestalterischen Kraft unserer Schüler und Schülerinnen.
Text und Bilder: Christine Maier-Fürsich
Text und Bild: Emilia Bott
Die Versöhnung durch eine Brücke
Vor vielen Jahren, ungefähr im Mittelalter, herrschte ein heftiger Krieg zwischen zwei Seiten eines Landes, in dem heutigen Bad Neustadt.
Zwischen diesen zwei Seiten floss ein Fluss, dessen mächtige Strömung das Land auseinanderriss. Eines Tages beschloss der König der Nordeinwohner die Südeinwohner anzugreifen, denn er war sich siegessicher und wollte von beiden Seiten des Landes der König sein. Allerdings lief es nicht nach seinen Vorstellungen, da die Südeinwohner auch gut bewaffnet waren und sich schnell positioniert hatten. So führten die Seiten des Landes über Jahrzehnte Krieg. Nach circa fünfzehn Jahren waren fast alle Gebäude der Nord- und Südeinwohner zerstört und alle waren so erschöpft, dass sogar viele aus Schwäche ums Leben kamen. So hatte sich der König der Nordeinwohner das nicht vorgestellt. Er dachte, sein Volk würde nach spätestens zwei Jahren gewinnen. So war es aber nicht. Keine Seite hatte den Krieg gewonnen, nicht die Nord, aber auch nicht die Südeinwohner. Nach ungefähr einem Jahr Waffenstillstand beschlossen die beiden Seiten sich zu verbünden, da sie ja im selben Land lebten. Zur sichereren Versöhnung bauten sie eine Brücke, die über den Fluss führte. Alle packten mit an und obwohl es sehr schwere Arbeiten waren, hatten alle ein Lachen im Gesicht, weil sie wussten, dass sie danach auf beiden Seiten spazieren gehen können und neue Freunde finden können.
Diese Brücke ist heute noch erhalten und man kann sorgenfrei über sie laufen und hat einen schönen Ausblick auf den Fluss, die heutige Innenstadt und in einen Park, der an das heutige Gymnasium angrenzt.
Text und Bild: Lena Tiezki
Des Königs Fehler
In einem schönen Dorf des Namens Chess lebte ein Volk. Es war sehr klein, denn es gab nur einen König mit seiner Dame, seine zwei Diener und wenige Bauern. An einem Tag kam ein Händler in das Dorf, um Leder zu verkaufen. Als er vor dem König stand, lachte dieser nur, nahm dem Händler das Leder ab und warf ihn in den Kerker. Das tat der herzlose König Tag für Tag, Woche für Woche, bis zu einer stürmenden Nacht. In dieser Nacht kam ein von Regen ganz durchnässter Händler ins Schloss. Der König lachte wieder und steckte diesen wie alle anderen Händler in den Kerker. Die darauffolgenden Tage wurden komisch, denn es verschwanden Pferde und beide Diener. Dem König war alles gleichgültig, jedoch nicht seine Diener, weil ihn sonst niemand bedienen konnte. Also schickte er seine Dame, um sich zu vergewissern, was da vor sich ging. Die Dame lief in den Kerker und konnte ihren Augen nicht trauen, der Händler zauberte mit einem grellen blauen Licht herum. Als er die Königin sah, schrie er: „Zappala Rappala“, und plötzlich: Die Dame war verschwunden. Der Händler rannte zum König und rief: „Rappala Weggela“! Und jetzt war nicht nur der König weg, sondern auch das ganze Volk. Dieses war nun als Strafe verwandelt worden, da der König so viel Unrecht geschaffen hatte: Sie stehen auf einem Brett als versteinerte Figuren, mit dem wir heutzutage spielen, also das Spiel Schach.
Text und Bild: Samuel König
Text und Bild: Hannah Härter
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