Sommerliches mitten im Winter: Midsummer Night’s Dream
Kein Geheimtipp mehr
Allmählich scheint es sich herumzusprechen: Mit einem deutlich größeren Schülerkontingent als in den vergangenen Jahren fand am 5. Februar die erste Fahrt des Jahres 2026 zu einer englischsprachigen Theaterraufführung in Schweinfurt statt.
Dieses Mal stand Shakespeares Komödie Midsummer Night’s Dream auf dem Programm. Nur sechs Schauspielerinnen und Schauspieler des TNT-Theaters, allesamt in Doppel- und Dreifachrollen, begeisterten das Publikum durch ihre mitreißende, gut gelaunte und sehr gelungene Darstellung der verschiedenen Charaktere.
Wir tauchten ein in den herrlichen Klamauk der Elisabethanischen Komödienwelt. Wilder Slapstick, musikalische Einlagen und gekonnte Akrobatik unterhielten das Publikum bestens, selbst wenn sich das ein- oder andere Wortspiel im Hunderte Jahre alten Shakespeare-Englisch nicht jeder Person im Zuschauerraum lückenlos erschloss. Dies wiederum trug dennoch ebenso zum ‚echten‘ Shakespeare-Erlebnis bei, denn auch vor vierhundertfünfzig Jahren verstand das Publikum längst nicht alles, was auf der Bühne gesprochen wurde, wenn auch aus anderen Gründen – fand damals doch nebenher ein stetes Kommen und Gehen, der Verkauf von Lebensmitteln und Verleih von Sitzkissen statt.
Die verschiedenen Ebenen der Handlung des Stücks sind geprägt von allerlei Liebesgeschichten, Streichen und Verwechslungen. So gibt es einerseits die ‚echte‘ Welt mit Königspaar kurz vor der Hochzeit und mehreren mehr oder weniger verliebten Paaren, andererseits die Welt der Schauspieler, die zur Hochzeit des Königspaares die für den Anlass völlig unpassende tragische Liebesgeschichte von Pyramus und Thisbe einstudieren und überaus komödiantisch zur Aufführung bringen, und drittens die Welt des Waldvolkes mit ihren Herrschern Oberon und Titania. Diese Welten berühren und mischen sich, was natürlich zu Verwechslungen und Missverständnissen nicht nur im Stück, sondern auch in einer vierten Welt, nämlich unserer, also der Welt der zuschauenden Schüler/-innen führte.
Das wiederum hatte ganz ungeahnte Höhepunkte des Abends zur Folge, denn wir wurden so Zeugen der ungeahnten Ausmaße des dramatischen Talents von Frau Maier-Fürsich. Nach einer Generalprobe vor einzelnen Schülerinnen auf der Hinfahrt im Auto (bei der wildes Gestikulieren von Frau Maier-Fürsich der Fahrerin Protest entlockte), spielte sie in der Pause allen Beteiligten, die eventuell den Faden verloren hatten, eine Zusammenfassung des Stückes vor, bei der sie alleine sämtliche Rollen übernahm und so die die Doppel- und Dreifachrollen der Schauspieler*innen beinahe in den Schatten stellte, was ihr privates Publikum in Begeisterung versetzte.
Wir freuen uns somit schon auf unsere nächste Fahrt, dieses Mal zu Dr. Jekyll and Mr. Hyde im März.
Text: Christine Dürr
Bild: Veronika Dürr
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